Die Passion des Imkerns - Honig aus dem Nordosten
- 25. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Honig war schon seit jeher in der Menschheitsgeschichte bekannt, bevor Zucker ihn zum großen Teil ersetzt hat. Das Handwerks des Imkerns genießt seit mehreren Jahren wieder erhöhte Aufmerksamkeit, gerade wegen der Suche nach Alternativen zum gewöhnlichen Industriezucker. Auch im Nordosten haben sich passionierte Imker:innen das Ziel gesetzt, einzigartige Honigsorten mit individueller Note zu schaffen.

Die Geschichte des Honigs
Honig wird seit 8000–9000 Jahren genutzt – als energiereiches Süßungsmittel und mit großer symbolischer Bedeutung. In der Antike galt er als „Nahrung der Götter“, im alten Ägypten wurde er als Opfergabe, Heilmittel und zur Einbalsamierung verwendet. Im Mittelalter war Honig vor allem für die Herstellung von Met wichtig und lange ein wertvolles Gut. Mit der Zuckerproduktion verlor er an Bedeutung, gewinnt heute jedoch durch den Trend zu nachhaltigen, regionalen Produkten wieder an Aufmerksamkeit.
Die symbolische Bedeutung von Honig
Honig hatte in der Menschheitsgeschichte nicht nur einen Nahrungswert, sondern auch große symbolische Bedeutung. Als seltenes Gut stand er für Reichtum, Unsterblichkeit und Göttlichkeit, zugleich aber auch für Genuss und Lebensfreude. Bei Hochzeiten symbolisierte Honig süße Liebe und Harmonie – daher stammt auch der Begriff „Honeymoon“. Durch die fleißige Arbeit der Bienenvölker wurde er zudem zum Zeichen für Arbeit, Gemeinschaft und Organisation.
Was macht Honig so gesund?
Im Gegensatz zu Industriezucker ist Honig ein reines Naturprodukt, das früher als auch heute schon in der Medizin verwendet wurde. Honig ist natürlich antibakteriell und enthält Stoffe, die Bakterien hemmen können. Daher wurde er früher auch in der Wundpflege eingesetzt.
Honig ist ein schneller Energielieferant, denn durch den hohen Gehalt an Glukose und Fruktose verschafft er dem Körper einen fixen Energieschub. Jedoch sollten Diabetiker:innen und Allergiker:innen bei dem Konsum aufpassen.
Weiterhin ist Honig verdauungsfördernd und kann die Darmflora unterstützen. Nicht zuletzt kann Honig gereizte Schleimhäute beruhigen und zur Hustenlinderung beitragen.

Honig aus dem Nordosten: Wir fragten die Expertin Anja
Auch in der Region Nordost gibt es passionierte Imker:innen, die mit viel Sorgfalt und Hingabe das historisch alte Handwerk der Honigproduktion betreiben. Wir haben daher die Imkerin Anja Heinemann von der Erlebnis-Imkerei Waldwiese ein paar Fragen gestellt, was sie dazu antreibt, Honig aus dem Nordosten herzustellen.
Was macht das Imkern so besonders?
Ein Bienenvolk ist wie ein eigener Organismus. 50.000 Individuen – und doch ein gemeinsamer Herzschlag. Wenn ich die Beute öffne, spüre ich sofort: Wie geht es euch heute? Diese Verbindung zwischen Mensch und Natur – die ist unbezahlbar.
Ist das Imkern für dich eher Arbeit oder eine Traumerfüllung?
Beides. Es ist körperliche Arbeit, Pädagogik mit meinen Bienen-Rangern, Verantwortung für die Umwelt. Es ist absolute Erfüllung meine Liebe zur Natur mit anderen Menschen zu teilen.
In den letzten Jahren scheint das Imkern zunehmend Zustimmung zu finden, woran könnte das liegen?
Ich glaube, wir spüren kollektiv, dass wir uns zu weit von der Natur entfernt haben. Bienen stehen symbolisch für etwas Größeres: Artenvielfalt, Kreisläufe, echte Lebensmittel. Projekte wie meine Erlebnis-Imkerei zeigen, dass man Natur nicht nur konsumieren, sondern erleben kann. Und genau danach sehnen sich viele Menschen wieder.
Welchen Honig produzierst du? Hast du einen Lieblingshonig aus deinem Sortiment? Was macht ihn so besonders?
Ich produziere regionalen Blütenhonig hier in der Müritzregion. Mein Lieblingshonig? Ganz klar der Frühjahrsblütenhonig. Er schmeckt nach Neubeginn – leicht, floral, fast wie ein warmer Maitag im Glas. Jeder Jahrgang ist anders. Jede Honigsorte kann im menschlichen Körper andere Symptome heilen. Daher ist jeder Honig was ganz besonderes.
Warum sollte man Honig am besten vom lokalen Imker kaufen, statt im Supermarkt?
Im Supermarkt findet man zwar eine Vielzahl von Honigsorten, die auch lecker sind. Allerdings ist der Honig von Imker:innen lokal und man kann sicher sein, dass er in der Region produziert wurde und die "Zutaten" von den nördlichen Wiesen und Weiden gesammelt wurde. Aber auch hier gibt es Unterschiede, da jedes Jahr die Zusammensetzung anders ist.
Im Supermarkt schmecken die Honige recht gleich und sind oft eine Mischung aus verschiedenen Honigsorten, sowohl aus EU als auch Nicht EU Ländern. Somit kann man nie genau nachvollziehen, wo die Bestandteile herkommen.
Würdest du sagen, dass der Honig aus der nahen Region sich von anderen Honigsorten unterscheidet? Wenn ja, wie?
Absolut. Honig ist ein Spiegel seiner Landschaft. Ein Glas Honig aus der Region erzählt von Wiesen, Obstbäumen und Feldern rund um die Müritz. Er schmeckt nicht „industriell gleich“, sondern nach genau diesem Ort. Das ist Regionalität, die man wirklich schmeckt.
Der Honig am selben Standort kann jedes Jahr anders schmecken, denn die Bienen allein entscheiden zu welchen Blüten sie fliegen. Das ist natürlich auch immer abhängig davon was die Nachbarn in diesem Jahr gepflanzt haben. Hier im Norden und Nordosten haben wir mehr Heidehonig aufgrund der weitläufigen Landschaft, während im Süden Deutschlands eher mehr Tannenhonig produziert wird.
Imkern wird ja etwas zwiespältig betrachtet, was Nachhaltigkeit angeht. Wie stehst du dazu?
Ich finde es gut, dass kritisch gefragt wird. Nachhaltiges Imkern bedeutet für mich: kleine Strukturen, regionale Kreisläufe, Respekt vor dem Volk und vor allem Lebensraum schaffen – nicht nur Honig ernten. Wenn wir Bienen halten, tragen wir Verantwortung. Und die nehme ich ernst.
Gibt es weitere Experimente mit Honig, die du bald mal ausprobieren möchtest?
Ich möchte in diesem Jahr Blütenpollen für meine Besucher ernten und bei einem Besuch während meiner Öffnungszeiten wird es die Möglichkeit geben geben Honig selbst zu ernten. Dazu soll es bald eine Station geben um Bienenstockluft zu Atmen. Für die Atemwege ein echtes Wellness Erlebnis.
Jetzt haben wir einen kleinen Einblick gewonnen, was Anja von der Erlebnis-Imkerei Waldwiese antreibt und was sie noch weiter geplant hat. Gerade in der heutigen Zeit der Nachhaltigkeit ist es definitiv wichtig ein paar kritische Fragen zu stellen und auch zu wissen, dass nicht jeder Honig gleichzeitig Nachhaltigkeit bedeutet. Umso schöner ist es, dass es Imker:innen wie sie gibt, die darauf besonders wert legen und mit viel Hingabe der Tätigkeit des Imkerns nachgehen.
Noch ein paar Fun Facts zu Honig
Honig ist praktisch unbegrenzt haltbar. Sogar bei der Entdeckung von alten Gräbern fand man Honigwaben, deren Inhalte sogar noch essbar waren.
Für 500 g Honig fliegen Bienen zusammen etwa mehrere hunderttausend Kilometer, um den wichtigen Nektar für die weitere Produktion des Honigs im Bienenstamm zu sammeln. Wenn man bedenkt, dass der Äquator um die Erde gerade mal 40.000 Kilometer beträgt, kann man sich vorstellen, was für eine enorme Arbeit dahintersteckt.
Honig besteht aus über 180 verschiedenen Inhaltsstoffen. Würde man diese detaillierte auf einem Etikett abdrucken, kann man sich vorstellen, wie lang dieses beim Verkauf wäre.
Wenn Honig zum Erlebnis wird
Honig ist ein Thema, das auch in Zukunft immer weiter an Bedeutung gewinnen wird, nicht nur in den ländlichen Regionen, sondern auch in den Städten. Möglichkeiten der begrünten Dächer und auch darauf platzierten Bienenstöcke sind durchaus realistisch.
Um mehr über die Wichtigkeit von Honig zu lernen, muss man die Herstellung und den Aufwand nachvollziehen können. Was ist also besser geeignet als eine Führung durch eine Imkerei? Schaut doch einfach mal bei Gelegenheit bei der Erlebnis-Imkerei Waldwiese vorbei. Anja freut sich immer über Interessierte, die mehr erfahren möchten.
Wie kann man sich bei den Lokalhelden Nordost platzieren lassen?
Die Platzierung auf der Plattform ist nicht kompliziert und bedarf lediglich ein wenig Zuarbeit seitens der Unternehmen oder der Veranstalter. Den genauen Prozess findest du direkt hier oder in den unteren Bereichen.

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